Wein aus Kärnten: Gutes von der Traube

Sanfte Grashügel, malerische Seentäler und Reihen von Weinreben, die sich an das Blaue des Horizonts schmiegen: Die Sonne des Südens meint es gut mit Kärnten und lässt Weingüter eine Geschichte weitererzählen, die vor mehr als tausend Jahren begonnen hat. Der edle Tropfen im Glas spielt dabei eine große Rolle.

Historisch verankert – der Wein aus Kärnten

Behutsam wandert die Hand über die Blätter der Reben. Begleitet vom Duft der köstlichen Trauben, die sich ihrer Reife nähern. Schön ist er, der Wörthersee! Kärntens eindrucksvollstes Gewässer und Wein? Aber natürlich. Und nicht nur dort. Die edlen Tropfen gehören seit jeher zur kulturellen Identität Kärntens. Bereits mitten im Hochmittelalter war der Weinbau rund um geistliche Stifte wie St. Georgen am Längsee, Arnoldstein, Millstatt oder Ossiach hoch angesehen.

Besucher der dortigen Kirchen können sich auf Spuren von Urkunden machen, die schon im Jahre 822 das Gute von der Traube in der hiesigen Region erwähnen. Die Produktion des damaligen „Volksgetränks“ kam jedoch jahrhundertelang aufgrund einer Pilzkrankheit zum Erliegen. Mit viel Herz und Leidenschaft revitalisierten die Winzer des Landes ab dem Jahr 2000 die Rebe im größeren Stil. Wenn Freunde des Getränks heute bei den Verkostungen den Satz „Do woxt wos“ hören, dann ist es der Kärntner liebevolle Art zu sagen, das der Wein zurück in die Seele des Landes gekehrt ist.

Genussvolle Winkel

Reden, gemeinsam essen und die Vorzüge des Lebens bei einem Glas Wein genießen. Die Lage südlich des Alpenhauptkammes meint es gut mit den Sonnenstunden und den Anbaugebieten. Diese genussvollen Winkel lassen die atlantischen und arktischen Klimaeinflüsse draußen und den mediterranen Charme in der Region.

Vor allem Radfahrer werden das Lavanttal für die vorzüglichen Erzeugnisse lieben. Von Wolfsberg über St. Andrä bis nach St. Paul schmücken dort eine Reihe von Weingärten die Landschaft. Neugierige machen sich auf in das Jauntal und weiter nach Sittersdorf, wo es nach Geschichten von einer der ältesten Kellergassen Österreichs zu forschen gilt. Dem weitererzählen von Geschichten haben sich auch die Kärntner Weingute verschrieben, die für Kenner die wahren Zentren des Geschmacks sind.

Etwa das TrippelGUT in Briefelsdorf. Gelegen am reizvollen Maltschacher See bei Feldkirchen, kann die Familie Trippel mit der größten Rebsorten-Vielfalt auf einer 7,4 Hektar großen Grundfläche punkten. Ein stattlicher Weinkeller mitsamt Weingarten ist natürlich mit an Bord des zweitgrößten Weingut Kärntens. Unbedingt das Food-Pairing probieren! Hier wird zuerst der Wein von den Besuchern ausgewählt und das Haus überrascht mit der passenden Speise.

Rund um die Herzogstadt St. Veit nimmt die Traube ebenfalls einen ganz besonderen Platz ein, ist sie doch sowohl in St. Donat mit Sichtweite zur Burg Hochosterwitz, als auch am idyllischen Längsee zu finden. Absoluter Hingucker ist wohl die Burgruine Taggenbrunn, um deren Steilhänge sich die Reben nach unten schlängeln.

Sorten als Gaumenschmeichler

Überhaupt fühlt sich der Wein in Kärnten vor allem an südlichen Hang- und Steilhanglagen von 400 bis ungefähr 750 Meter Seehöhe am wohlsten. Beinahe bis zum blauen Horizont reichen die Reihen hinauf. Vor dem Probieren der edlen Tropfen ist es vielerorts auch erlaubt, ein wenig durch die dicht bewachsenen Linien zu spazieren.

Der Chardonnay ist dabei die am meisten zu findende Weißweinsorte. Die Arten Weißburgunder, Riesling und Sauvignon blanc werden immer wieder vom bekannten Falstaff in den Mittelpunkt gerückt.

Der Gaumenschmeichler schlechthin ist jedoch der Blaue Zweigelt, einer der wohl typischen österreichischen Weine. Himmlisch zu Schokolade bei einer Trinktemperatur von 16 Grad Celsius!

Grauburgunder, Blauer Burgunder und der vollmundige Traminer runden das Angebot. Von mutigen Pionieren bis zu herzlichen Kreativgeistern, die Kärntner Winzer sind in der Welt angekommen. Eine Jahresproduktion von fast 250.000 Flaschen spricht eine deutliche Sprache.

Fotos: AdobeStock_132096379; AdobeStock_132096379; TrippelGUT / Elias Jerusalem

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