
Noch haben wenige Kunst- und Kulturinteressierte die slowenische Stadt Kranj am Radar. Dabei hat die kleine Stadt mit beeindruckender Bergkulisse viel zu bieten – unterirdisch und oberirdisch.
Zwischen Ljubljana und Bled, hoch über den Flüssen Sava und Kokra auf einem Felsen gelegen, verbindet Kranj auf beeindruckende Weise sechstausend Jahre Geschichte mit einem pulsierenden Leben im Hier und Jetzt. Als drittgrößte Stadt Sloweniens und Kulturhauptstadt der Region Gorenjska liegt sie ganz in der Nähe der Kärntner Grenze und verbindet eindrucksvoll Natur und Stadtgefühl.
Alpenblick mitten in der Stadt
Kranj ist die einzige Stadt Sloweniens, von der aus man gleich drei der höchsten Gipfel der slowenischen Alpen sehen kann: Triglav, Hochstuhl und Grintavec. Direkt unterhalb der Altstadt verläuft die Schlucht des Flusses Kokra, eine der tiefsten städtischen Schluchten Europas. Im Sommer ist es hier erfrischend kühl und das viele Grün bildet einen schönen Kontrast zu den historischen Bauten der Stadt. Zahlreiche Rad- und Wanderwege führen von hier direkt ins grüne Umland. Nur wenige Minuten entfernt liegt das Anwesen Brdo mit seiner 500-jährigen Geschichte, unberührter Natur, Picknickplätzen im Park und der Möglichkeit, den berühmten Lipizzanern zu begegnen.
Auf dem Museumsweg durch die Geschichte
Wer die Altstadt erkunden möchte, dem sei der Museumsweg empfohlen: Er führt durch fünf Gebäude des Gorenjska-Museums und begleitet Besucher von altslawischem Schmuck und Lamellenrüstungen aus dem sechsten Jahrhundert im Schloss Khislstein über mittelalterliche Skelette im Beinhaus bis hin zu persönlichen Gegenständen des großen slowenischen Dichters France Prešeren im Prešeren-Haus. Die Galerie der Prešeren-Preisträger rundet den Rundgang mit zeitgenössischer Kunst ab. Unterwegs gibt es auch immer wieder schöne Graffitis zu sehen und so manche bunte Ecke zu entdecken.
Unter der Altstadt
Wer tiefer eintauchen möchte, kann das auch tun: Unter der Altstadt von Kranj verbergen sich geheimnisvolle Stollen. Das Informationszentrum SOS Proteus widmet sich dem Schutz des Grottenolms und seiner zunehmend bedrohten unterirdischen Lebenswelt und bietet tägliche geführte Touren durch dieses verborgene Reich.
Wen es lieber ans Licht zieht, besucht das Kabinett des Erfinders Puhar, der die Fotografie auf Glas erfand, und lässt sich im Fotoatelier im Stil des 19. Jahrhunderts ablichten. Vom Glockenturm der St.-Kanzian-Kirche aus, 40 Meter über der Altstadt, eröffnet sich schließlich ein Panoramablick über die ganze Stadt auf dem Felsen.
Kulinarik, Kultur und Übernachten
Kulinarische Höhepunkte prägen den Jahreskalender: einige der Highlights sind der Markt am Freitag bis September, die Lange Tafel von Kranj im September sowie der Tag der Krainer Wurst und des Bieres, ebenfalls im September. An Sommerabenden verwandeln sich Plätze und Veranstaltungsorte während des Sommers (Mai bis September) in lebendige Bühnen, auf denen Musiker und Künstler aus ganz Slowenien und der Region auftreten.
Direkt an der eindrucksvollen Kokra-Schlucht hat sich mit der Kranjska Brauerei & Bierstube ein besonderer Genussort etabliert. Die Tradition des Kranjsko-Biers reicht bis ins Jahr 1818 zurück und wurde vor einigen Jahren neu interpretiert: Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Das Bier ist ungefiltert und unpasteurisiert. In der angeschlossenen Bierstube warten helle und dunkle Biersorten, Bierspezialitäten, Bier-Cocktails sowie Kaffee, Wein und erfrischende Getränke, dazu herzhafte Snacks und knusprige Pizzen.
Im Winter sorgen ebenfalls Konzerte, kulinarische Angebote, Weihnachtsmarkt und der große Prešeren-Jahrmarkt für festliche Stimmung. Im Winter ist die Stadt zudem idealer Ausgangspunkt für Skiausflüge nach Kranjska Gora, auf den Vogel oder ins heimische Skigebiet Krvavec, im Frühjahr und Herbst locken Wanderungen auf den Hügel Jošt oder auf den zweitausend Meter hohen Storžič. Nach einem ereignisreichen Tag lässt es sich in einem Hotel, einem Ferienbauernhof oder einer anderen Unterkunft in Kranj gemütlich zur Ruhe kommen.
Fotos: © ZTKK, Dragan Gavranovič; © Visit Kranj, Jošt Gantar; © Visit Kranj; © Kranjska pivovarna in pivnica










